Zeitgenössische Philosophen und Künstliche Intelligenz

Auch hier vor der Theorie ein KI-Bild, das ich mithilfe der KI Midjourney erstellt habe. Und ja - natürlich ist dies keine Kunst, es ist eine Spielerei. Denn Kunst benötigt "Schaffenshöhe". Definition und mehr findet ihr hier:

Ein KI-Bild von Eva Leopoldi. Blick in ein Arbeitszimmer mit vielen Büchern. Ein weißhaariger Mann sitzt auf einem Sessel und scheint sich mit einer Projektion, das einen Kopf zeigt, zu unterhalten.

Mehrere zeitgenössische Philosophen beschäftigen sich intensiv mit dem Thema künstliche Intelligenz. Hier einige prominente Beispiele:

KI-Kunst und Philosophie

Markus Gabriel

Gabriel räumt mit dem Benjamin'schen Diktum der Zerstörung einer mysteriösen Aura durch die technische Reproduzierbarkeit auf, indem er es zur neuen technologischen Kompositionsmethode erklärt. Jedes Kunstwerk ist eine Komposition und eine neue moderne Technologie bedroht in keiner Weise das Wesen der Kunst. [1]

Dorothea Winter

Die deutsche Philosophin: "Technik plus Episteme gleich Kunst. 2.000 Jahre später kam zu dieser Formel noch ein dritter Aspekt hinzu: Kant und die künstlerische Freiheit. Kunst erfordert Freiheit und das kann KI per se nicht. Also nicht nur zum aktuellen Status quo des technischen Fortschritts, sondern prinzipiell nicht, weil sie eben nicht zur Freiheit fähig ist und es auch nie sein wird."[2]

Michael de Rachewiltz

De Rachewiltz meint: "Solange KI keine starke, selbstagierende und vielleicht sogar bewusste KI ist, bleibt sie ein komplexes Werkzeug – also vielleicht nicht nur wie ein Pinsel, sondern eher wie ein sehr komplexes, neuartiges Klavier oder ein Synthesizer. Das hängt auch damit zusammen, dass wir ein Kunstwerk als Betrachter üblicherweise mit einem menschlichen Wesen verbinden. Die eigentliche Frage ist, ob wir glauben, dass menschliche Kreativität auch von der Fähigkeit abhängt, Kunst erkennen, schätzen und erleben zu können, und ob wir dies deshalb auch von einer KI erwarten würden, um ihr vollwertige Kreativität zuschreiben zu können. Sind beispielsweise die Bilder anderer Primaten oder von Elefanten kreative Werke oder nicht?"[3]

Violetta Waibel

Die Philosophin geht auf den Vorwurf ein, KI-Kunst basiere auf Zufällen: "Um auf den Zufall zurückzukommen, ich denke, dass der auch in der Kunst eine große Rolle spielt. Wenn ich eine Symphonie komponiere oder ein Gemälde erschaffe, dann ist das ein langer Prozess, der von Zufällen geprägt ist, auf die Künstler*innen dann eingehen müssen: Da ist zwar ein Konzept im Kopf, aber die augenblicklichen Ereignisse haben oft auch Einfluss auf die Gestaltung des Werks. Insofern entsteht ein Dialog zwischen dem Werk und seine*r Erschaffer*in. Ähnliches können wir auch bei Menschen beobachten, die mit KI-Modellen interagieren. Auch in der Interaktion mit der KI könnte zuweilen Kants Formel von der menschlichen Natur, die der Kunst die Gesetze gibt, greifen. Aber wie Sie schon sagten, es ist der Mensch, der nun mit einem etwas anderen Werkzeug Kunst macht."[4]

Prof. Dr. Kerstin Krieglstein

„Wir müssen unsere Erneuerungsfähigkeit unter Beweis stellen – nicht im geschützten Raum der Disziplinen, sondern in offener Zusammenarbeit mit Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur.“Die Forschung von Tobias Rees, die technische und philosophische Aspekte der KI verbinde, sei dabei gleichzeitig Inspiration und Bestätigung der Überzeugung, welche der Gesamtstrategie der Universität Freiburg zugrunde liegt: „Wir müssen den Mut haben, über Fachgrenzen hinaus zu reflektieren. Nur so gelingt es uns als Universität nicht nur auf die Zukunft zu reagieren, sondern diese mitzugestalten.“[5]

Heinz von Foerster

Der Physiker und Philosoph: „Ich habe Kunst und Wissenschaft immer als komplementäre Fachgebiete verstanden. Man darf nicht vergessen, dass ein Wissenschaftler in mancherlei Hinsicht auch ein Künstler ist. Er erfindet eine neue Technik und beschreibt sie. Er benutzt die Sprache wie ein Dichter oder der Autor eines Kriminalromans und beschreibt seine Feststellungen. Meiner Ansicht nach muss ein Wissenschaftler künstlerisch arbeiten, wenn er seine Forschungsergebnisse vermitteln will – dass er mit anderen kommunizieren will, ist offensichtlich. Ein Wissenschaftler erfindet neue Objekte, und es stellt sich die Frage, wie er sie beschreiben kann. In all diesen Aspekten unterscheidet sich die Wissenschaft nicht so sehr von der Kunst.“[6]

Prof. Dr. Eva Schürmann

Professorin Eva Schürmann über die Möglichkeiten von KI im Herstellungsprozess von Kunst:" ...etwa können erste KI-Modelle Rembrandt-Nachahmung anfertigen. Doch selbst wenn eine KI Kulturgüter erschaffen kann, die Menschen ästhetisch bewegen, was natürlich noch kein Kriterium für Kunst ist, so bleibt die schon bei Kant herausgearbeitete Fähigkeit der Urteilskraft von Ästhetischem beim Menschen. Der KI fehlt die Medialität und Perspektive, die Geschmacksurteile für den Menschen zwischen Objektivität und Subjektivität verankern, sie könnte höchstens nach quantifizierenden Beurteilungsmechanismen eindeutige Entscheidungen ohne Ambivalenzen treffen. Selbst wenn KI Material der Kunst sein kann, das Beurteilen und Erfahren von Kunst und Kultur bleibt wohl erstmal dem Menschen überlassen."[7]

Prof. Dr. Roberto Simanowski

Der Medienphilosoph über KI-Kunst: "

Die KI wiederholt zugleich die von der Fotografie bewirkte Demokratisierung der Kunst-Rezeption auf der Ebene der Kunst-Produktion. Denn mit der richtigen Technik kann nun jeder Kunst machen: sekundenschnell und auf Knopfdruck.
Und deswegen entwickelt das Ergebnis auch keinerlei Aura. Ich werde immer das Menschliche in der Kunst suchen, und zwar nicht als mathematischen Querschnitt, sondern als individuelle Erfahrung."[8]

KI allgemein und Philosophie

Richard David Precht

Der deutsche Philosoph setzt sich kritisch mit den Auswirkungen von KI auf die Gesellschaft auseinander. In seinem Buch "Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens" diskutiert er die Herausforderungen, die KI für unser Verständnis von Arbeit und Sinnfindung darstellt. [2]

Yuval Noah Harari

Der israelische Historiker und Philosoph warnt in seinen Werken vor den potenziellen Gefahren von KI für die menschliche Autonomie. Er argumentiert, dass KI-Systeme zur Kontrolle und Manipulation von Menschen eingesetzt werden könnten, ohne dass physische Eingriffe nötig wären[2].

Jörg Noller

Der Philosoph untersucht die Grenzen der KI, insbesondere in Bezug auf dialektisches Denken. Er argumentiert, dass KI-Systeme bestimmte Formen des menschlichen Denkens nicht replizieren können[3].

Jerry Fodor

Obwohl bereits verstorben, hat Fodors Arbeit über Bewusstsein und Materialismus die aktuelle Debatte über KI und Bewusstsein stark beeinflusst. Seine Überlegungen zur Schwierigkeit, Bewusstsein in materiellen Systemen zu erklären, sind nach wie vor relevant für die KI-Forschung[4].

John Searle

Bekannt für sein Gedankenexperiment des "Chinesischen Zimmers", hat Searle wichtige Beiträge zur Debatte über künstliches Bewusstsein und die Möglichkeiten und Grenzen von KI geleistet[4].

Nick Bostrom

Der schwedische Philosoph ist bekannt für seine Arbeiten zu existenziellen Risiken durch KI. Er argumentiert für die Notwendigkeit, superintelligente KI-Systeme so zu gestalten, dass sie mit menschlichen Werten übereinstimmen[6].

Thomas Metzinger

Der deutsche Philosoph beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie eine bewusste und leidensfähige KI kontrolliert werden könnte. Er betont die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Diskussion über die Entwicklung solcher Systeme[7].

Sebastian Rosengrün

Er argumentiert, dass die ethische Betrachtung von KI nicht erst nach deren Entwicklung erfolgen sollte, sondern bereits von Anfang an in den Prozess integriert werden muss[8].